Trost spenden im Trauerfall
Es kommt vor, dass nicht Sie selbst von einem Trauerfall betroffen sind, aber Personen die Ihnen Nahe stehen. Selbstverständlich verspüren Sie das Gefühl, demjenigen helfend zur Seite stehen zu wollen, doch Sie wissen nicht wie. Nachfolgend finden Sie einige Hinweise, wie Sie Hinterbliebenen Trost spenden können und was Sie dabei beachten sollten.
- Warten Sie nicht ab, bis die trauernde Person sich an Sie wendet - bieten Sie Ihre Hilfe und Ihren Beistand an
- Seien Sie da, wenn die Trauernden an Sie wenden (andere Verabredungen sollten dann möglichst verschoben werden), sonst entsteht der Eindruck falscher Versprechungen
- Lassen Sie reden und hören Sie einfach nur zu. Entscheiden Sie aus der Situation und dem Gespräch heraus, was dem Betroffenen hilfreich sein könnte - manchmal ist es auch ein Schweigen - das die Gedanken in eine andere Richtung lenkt. Überlassen Sie es der trauernden Person, worüber und wann Sie reden möchte
- Zeigen Sie Gefühle und wenn Ihnen selbst zum Weinen zu Mute ist, dann weinen Sie mit
- Reden Sie nicht mit Floskeln wie "die Zeit heilt alle Wunden..", "Das Leben geht weiter..", "Kopf hoch.." oder gar "Es war ein schöner Tod..."- es gibt keinen schönen Tod und die Zeit heilt auch keine Wunden. Dass das Leben weitergeht weiß der Betroffene auch. Und letztlich gibt es dem Tod einer nahestehenden Person nichts Gutes abzugewinnen
- In der Trauerverarbeitung mag es auch Zeiten des Zorns und der Wut geben, die sich womöglich auch gegen Sie richten - halten Sie ein dickes Fell bereit und nehmen es nicht persönlich - es entspricht der Situation und der Phase, nicht Ihrem Handeln!
- Sollten Sie bereits über eigene Trauer-Erfahrungen verfügen, so sprechen Sie darüber und lassen Sie dies ein die Gespräche miteinfliesen. Nicht mit den Worten "Du musst.." sondern sorgsam in Ratschlägen und praktische Ideen verpackt. Da jede Person anders trauert, kann man dazu keine pauschalen Aussagen treffen. So individuell ein Mensch ist, so trauert er auch und es ist an Ihnen, sich darauf einzustellen. Vielleicht können Sie nachempfinden, wie der Trauernde sich fühlt, sprechen Sie es jedoch nicht aus
- Richten Sie sich darauf ein, dass Ihre Hilfe dauerhaft benötigt wird - jeder Trauerprozess ist anders und es gibt immer wieder mal Zeiten, wo man hilfreich zur Seite stehen muss - Erlebnisse oder auch Ereignisse, die die Trauer durchbrechen lassen wie z.B. Geburtstage, Todestage, Weihnachten oder Jahreswechsel
Wir wünschen Ihnen
bei Ihrer Trauerbegleitung viel Erfolg und stets das rechte Einfühlungsvermögen um alle erdenklichen Situationen zu meistern.

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